Kurs oder Workshop?
Kurse sind für mich Veranstaltungen, bei denen Referenten/Vortragende in ein Thema einführen, Techniken oder Arbeitsweisen vermitteln und, im Idealfall, Fach- und sonstige Fragen beantworten. Kurse haben eher einen "Frontal-Charakter", eine Person (oder mehrere, natürlich) bieten aus eigener Erfahrung Wissenswertes an, wer Kurse besucht, möchte Neues entdecken, inspiriert werden und mit einem Gefühl von "ich habe etwas gelernt" nach Hause gehen.
Für mich sind Kurse da sinnvoll, wo ich als Besucher sicher sein kann, die neuen Informationen selbst umsetzen zu können. Beispiele sind Fachvorträge (zum Beispiel vom Forensiker zu kriminaltechnischen Untersuchungen), Vorträge von Archäologen - oder vielleicht auch Schreibtechniken oder Ansätze, ein Projekt mal ganz anders als sonst anzugehen. Als Besucher mache ich mir vorher klar, dass der "Erfolg" eines Kurses vor allem von mir selbst abhängt: Ich muss aus dem Gehörten und Gesehenen etwas machen.
Meine Kurse: Ich bin immer offen für Vorschläge, folgende Vorträge oder Kurse (Vortrag mit anschließender Diskussion) biete ich gerne an:
- Aller Anfang: Außer Aufsätzen noch nie wirklich einen längeren Text geschrieben? Ich zeige bewährte Schreibroutinen, Schreibregeln und Gerüste, mit denen aus einer vagen Idee eine Kurzgeschichte, Erzählung oder ein Roman werden kann. ca. 2-3 Stunden Vortrag plus Diskussionsrunde
- Nieder mit Blockaden: Es geht nicht weiter? Alles wiederholt sich? Keine Lust mehr? Deadline, aber noch keine Zeile geschrieben? Auch wenn ich nicht Ihren Text für Sie schreiben soll (das wäre Ghostwriting, das geht): Manchmal hilft ein virtueller Tritt in den Allerwertesten. Ich zeige Ihnen bewährte "Ochsentour"-Routinen, erinnere Sie an Grundlagen, die Sie vielleicht verdrängt haben und ich gebe Ihnen die moralische Rückendeckung, dass es uns allen manchmal so geht und - neben dem völligen Aufgeben - ein bisschen Tricksen manchmal genau das richtige ist! ca. 1 Stunde Vortrag plus Diskussionsrunde
- Biographien schreiben klingt so einfach: Was habe ich erlebt, woran erinnere ich mich? Aber was macht eine Biographie für die Familie, Angehörigen und vielleicht sogar Fremde interessant? Welche Entscheidungen sollte ich für Stil und Inhalt vorab fällen und woran orientiere ich mich "unterwegs"? Wie fülle ich Lücken auf? Was wollen andere über mich und mein Leben wissen, was ist in 100 Jahren noch von Wert? ca. 2 Stunden Vortrag (Diskussion nach Absprache, da es hier um wirklich Persönliches geht, das selten in einem Vortrags-Zusammenhang vernünftig besprochen werden kann!)
- Einfach mal eine Geschichte bauen: Besonders für Anfängerinnen und Anfänger, für Schülerinnen und Schüler und für solche, die Kind bleiben wollen. Wie finde ich eine gute, runde Geschichte? Was macht eine gute Geschichte aus? Was muss ich neu erfinden, wo kann ich mich "einfach bedienen"? Wann macht das Lesen meiner Texte Spaß und wann lesen die Leute nur mir zu Liebe? An einem konkreten Beispiel (Märchen) zeige ich, wie man mit relativ einfachen Erzähl-Tricks eine ("ganz neue") Geschichte entwickelt. ca. 1 Stunde interaktiver Vortrag (d.h. das Publikum darf und soll "mitentwickeln"!), auch für ältere Semester geeignet ...
- KI beim Schreiben ... ja oder nein oder wie oder was. Ich gebe eine kurze Einführung in das, was wir heute unter "KI" verstehen, zeige an einem (Schreib-)Beispiel, wie das funktioniert und schlage einen Baukasten vor, der gute und ungeschickte KI-Nutzung unterscheidet. ca. 1 Stunde Vortrag (Diskussion möglich)
Workshops sind vor allem Austausch mit anderen Interessierten. Wer Workshops anbietet, mag Anleitungen, auch mal Vorträge einbringen, das Zusammensein ist aber "hands-on", erlaubt vielleicht sogar vor Ort Ausprobieren und Experimentieren. Ein Workshop kann Neues vermitteln, soll aber vor allem motivieren und Teilnehmende mit dem, was sie schon kennen und, hoffentlich, beherrschen, auf andere Weise umgehen lassen.
Workshops sind "mal rauskommen", im Austausch mit anderen Schreibenden das Gefühl erleben, "nicht allein zu sein".
Ich leite gerne Workshops und bin für fast alles offen. Hier sind ein paar Anregungen, ich gehe bei einem Workshop von einem halben Tag aus, weil wir konkret an Texten arbeiten und also auch schreiben wollen:
- Aus alt mach neu: Muss eine Geschichte eigentlich immer ganz neu sein? Ich sage: Nein! Im Gegenteil, es war schon immer ein Spiel zwischen den Erzählern oder Sängerinnen und dem Publikum, aus bekannten Versatzstücken mit einer Prise Überraschung etwas Unerwartetes zu machen - aber dabei nie ganz den Boden vertrauter Erzählungen zu verlassen! In diesem Workshop geht es darum, aus vertrauten Geschichten mit wenigen Änderungen "ganz etwas Neues" zu machen. Was ich mitbringe, sind Kniffe, wie man Ereignisse und Figuren "umdreht" und Tricks, wie man mit den Erwartungen des Publikums (der Leserschaft) spielt.
- Charakter- und Weltenbau: Sind Figuren und Handlungsorte nicht zwei völlig verschiedene Dinge, die man nicht vergleichen kann? Ich sage: Nein, eigentlich unterliegen beide den gleichen Regeln (und Regeln sind zum Brechen da!): Letzten Endes muss das Publikum an sie glauben (können), sich identifizeren oder distanzieren, immer aber eine Emotion zu ihnen aufbauen. Ich bringe Beispielcharactere mit, vor allem aber Anregungen, unsere aktuelle Welt mit den Augen eines Geschichtenerzählers (-erzählerin) zu sehen.
- Reisen, Leben, Wissen: In diesem Workshop geht es um "Trockeneis" ... um Dinge, die wir erzählen wollen, die vielleicht aber nur uns selbst interessieren. Biographien, Reiseerlebnisse, unser erworbenes Wissen und Können. Wie lassen sich solche Texte so schreiben, dass wir ein Publikum erreichen? Was interessiert uns selbst, wenn wir Texte dieser Art lesen und was begeistert uns daran, wie können wir dieses Gefühl mit unseren eigenen Texten erwecken? Wir kommen nicht umhin, Texte anzulesen und zu diskutieren, was uns gefällt, warum es uns gefällt und was wir dringend anders machen sollten - dazu bringe ich Texte mit, wir können aber auch ad hoc in medias res gehen (und müssen natürlich nicht Latein reden!).
- Arbeiten mit KI: Was funktioniert gut mit künstlicher "Intelligenz" und wo versagt sie? Neben einer kurzen Einführung in die Funktionsweise dessen, was wir heute als "KI" verstehen, schauen wir uns gemeinsam an, was sich sinnvoll nutzen lässt und wo wir nur unnötig Zeit verschwenden.