Hilfe, ich kann nicht schreiben! Oder?
Fürs Schreiben gilt dasselbe wie fürs Laufen: Mit Üben kommt man relativ weit. Nicht jeder wird ein Marathon-Läufer, nicht jede zur Kurzstrecken-Athletin. Aber die allermeisten von uns kriegen's gut genug hin.
Ich weiß, solche Vergleiche sind abgedroschen - aber der wahre Kern ist: Sprache bestimmt unser Denken, unsere Kommunikation, unsere Weltsicht. Unsere gesamte Kommunikation ist auf Sprache aufgebaut (und nicht umsonst sind die großen KI-Modelle "Sprachmodelle"!). Selbst, wenn Sie tatsächlich nicht schreiben können, aus welchen Gründen auch immer, können Sie vermutlich sprechen - oder sich sonstwie verständlich machen. Und auch daraus kann man eine Erzählsprache entwickeln, mit Übung und klaren Zielen.
Und Schreiben ist Erzählen in unvergänglicher Form!
Ob Sie Profi sind oder Schreiben als Hobby entdecken: Wenn Sie feststecken, hilft oft ein Gespräch, um Sie auf neue Ideen oder Blickwinkel zu bringen. Wenn Sie unsicher sind, ob eine Textpassage funktioniert, Freunden und Familie aber nicht zumuten wollen ehrlich zu sein, warum nicht mit anderen Schreibenden "brainstormen"?
Auch Profis haben Schreibblockaden.
Auch routinierte Textproduzentinnen und Texter stehen mal vor einer weißen Wand mit Fragezeichen in den Augen!
Wenn es "klemmt", hilft ein Austausch mit anderen eher dabei den Einstieg zu finden, als sich in der Schreibkammer zu verbarrikadieren und tagelang vor sich hinzustarren. Wenn der eigene Stil noch nicht rundgeschliffen ist, kann gemeinsames Probieren und Experimentieren, Scheitern und darüber Lachen, ganz plötzlich irgendwo verfangen, wo Sie sagen "ja, das ... das bin ich!".
Es gibt Menschen, die alleine besser zurecht kommen, aber, ganz ehrlich, wenn Schreiben Erzählen ist ... brauchen wir dann nicht auch ein Publikum?
Ich helfe Ihnen bei den ersten Schritten und Entwürfen. Ich kann Ihnen bewährte Arbeitsweisen vorschlagen, wie Sie Ihre eigene Routine entwickeln können. Gemeinsam können wir den für Sie passenden Weg zum Schreiben finden. Und ich helfe beim "letzten Polieren" oder beim Neu-Überdenken. Was ich mitbringe, ist Erfahrung, Routine und die Bereitschaft, mich jeden Tag mit etwas Neuem zu befassen. Was Sie mitbringen sollten ist ein Wille zum Versuch.
Fragen und Gedanken
- Kann ich in einem Kurs "Schreiben lernen"?
Kurse können weiterhelfen, anspornen oder Grundlagen vermitteln. Aber lernt man in einem Kurs Laufen? Schreiben "kauft man nicht ein", ein Kurs kann motivieren, abholen und weiterbringen - aber Schreiben müssen Sie schon selbst!
Die Online-Kurse, die ich anbiete, sind so aufgebaut, dass innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens (z.B. 30 Tage) mit täglicher Schreibarbeit ein gesetztes Ziel (ein Roman) von der ersten Idee bis zur ersten Buchfassung komplett geschrieben wird. Das Ziel ist in einem solchen Kompaktkurs eben gerade nicht "das perfekte Buch", das in 30 Tagen zu schreiben, ist hart! Das Ziel ist, die Regelmäßigkeit, die Bereitschaft zum "Nochmal" und zur Standardformel beim Schreiben ("Streichen! Streichen! Streichen!") als normal zu verinnerlichen. Routine und "Lässigkeit". Beides hilft auch gegen Schreibblockaden! Andere Kurse konzentrieren sich ebenfalls auf klar benannte Ziele. Kein Kurs kann Ihnen die Arbeit abnehmen und kein Kurs kann "ein perfektes Buch" produzieren. Ginge das, gäbe es viel mehr "perfekte Bücher". - Wozu taugen Workshops?
Wie Kurse sind Workshops dann hilfreich, wenn sie Neues anbieten oder beim Abstand-Gewinnen helfen, neue Motivation vermitteln oder Austausch fördern. Ich sehe zwischen Kurs und Workshop vor allem einen Unterschied: Wo ein Kurs einen festen Rahmen, ein klares Thema vorgibt, zu dem die Teilnehmenden mehr erfahren wollen (das kann eben die Schreibroutine sein), lebt ein guter Workshop vom Austausch und Miteinander. Ein Workshop ist für mich ein Frage- und Antwort-Spiel, bei dem man gemeinsam dazulernt und Motivation durch neue Perspektiven gewinnt.
Ich gebe (gerne) Workshops und freue mich immer über die Diskussionen.
Schreiben ... müssen Sie immer noch selbst! - Welches Buch ist empfehlenswert?
Wann haben Sie das letzte Mal ein Buch antworten gehört, wenn Sie ihm eine Frage gestellt haben? Bücher sind toll. Wir wollen Bücher schreiben, wir wollen Bücher lesen. Aber Bücher übers Schreiben sind wie Lieder übers Abnehmen, wir können sie lieben, einfach noch ein Dutzend mehr kaufen und glauben, dass die pure Existenz von (frei nach Tucholsky) dreihundert Pfund bedrucktem Papier einem magisch irgendwie zum Schreiben verhilft. Klappt nicht. Sie schreiben doch auch nicht einfach den Text aus dem Schreiben-Lern-Buch ab und verkaufen den als Ihren eigenen, oder? Doch? Sind Sie etwa eine KI?
Kurz: Ich liebe Bücher. Schreiben lernt man aber durch Schreiben - durch Lesen kann man es bestenfalls verbessern.
Ja, es gibt tolle Bücher über (das) Schreiben und, ja, aus manchen kann man wirklich etwas mitnehmen. Aber genauso wenig, wie Kurse "erfolgreiches Schreiben" lehren können, können Bücher Ihnen das Schreiben abnehmen. Die meisten Menschen mit Schreibproblemen scheitern nicht an der "Qualität" (wie auch immer definiert) ihres Schreibens, sondern daran, einen Text anzufangen und dann auch zu Ende zu bringen. - Für wen schreiben Sie?
Wenn Sie diese Frage beantworten können, sind Sie fast schon am Ziel:
Schreiben Sie für Ihre Enkel? Dann könnte ein Workshop helfen, der sich auf Änderungen in der Erzählsprache HEUTE, auf Generationen-"Gaps" oder auf "wie halte ich jemanden beim Lesen, wenn die Aufmerksamkeits... zu spät" konzentriert. Warum "Workshop" statt "Kurs"? Siehe oben, ich denke, dass bei Fragen nach der passenden ("richtigen") Erzählsprache Austausch unabdingbar ist und eine (stützende) Vorgabe oder Anleitung kaum ausreicht.
Schreiben Sie für ein Fachpublikum? Dann kann ein Ratgeber zum wissenschaftlichen Schreiben natürlich helfen, manchmal aber auch einfach jemand, der den Text abklopft auf "Komme ich auf den Punkt?" - oder ein Kurs, der z.B. "Schreiben für den amerikanischen Pop-Science-Markt" zum Inhalt hat. Denn da gibt es klar beschreibbare Regeln.
Schreiben Sie Krimis, Dramen, Liebesromane, SF, Fantasy, Kochbücher? Dann empfehle ich Kurse, Workshops, Ratgeber - das ganze Programm. Vor allem aber empfehle ich Neugierde, Begeisterung fürs Thema und Austausch darüber, was beim Lesen ankommt - und was fehlen könnte.
Die wenigsten Schreiberlinge vertragen Kritik (egal, was sie behaupten) und viele verwehren sich dagegen, ein Buch zu disktutieren, bevor es fertig ist. Daher würde ich das auch nie empfehlen. Stattdessen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass ein "Rauskommen aus dem Trott" manchmal gerade rechtzeitig den passenden Kick gibt.
So einsam Schreiben sein kann, man sollte den eigenen Verstand nicht mit "nur Routine und sonst nichts" betäuben. Manchmal entsteht richtig Gutes erst durch einen Bruch oder eine ganz un-eigene Perspektive auf ein Thema. Wenn Sie also wissen, für wen Sie schreiben: Wie nah sind Sie Ihrem Publikum beim Schreiben?
Es gibt kein "Mach es so und das Buch wird ein Renner"! Kein Aber!
Es gibt ganz tolle "Regeln fürs Schreiben", an die man sich als Neuling erstmal hält, bis man sie verstanden hat. Dann hält man sich dran, bis man sie WIRKLICH verstanden hat. Dann hält man sich dran, bis man kapiert, dass SCHREIBEN da anfängt, wo man die Regeln bewusst ignoriert. Andersrum klappt's selten.
Es ist wie beim Laufen: Rennen klappt besser, wenn das Krabbeln erstmal wirklich sitzt. Kann man dann rennen, krabbelt man kaum noch.
Isso.
Wie es losgehen könnte, wie es weitergeht und wo das alles hinführt
Wenn mein Stil (sic!) oben Sie nicht längst zum entnervten Verlassen dieser Seiten gezwungen hat ... dann schlage ich vor, dass wir uns unverbindlich unterhalten. Sie stellen mir Ihr Projekt vor oder Ihren Traum oder ... wobei Sie von mir gerne Tipps haben möchten. Und ich denke "life" darüber nach.